Warum es beim Linkaufbau auf Glaubwürdigkeit ankommt und Themenrelevanz nicht mehr ganz so wichtig ist.

Der themenrelevante Link ist tot, lang lebe der glaubwürdige Link

Wir Linkaufbauer erzählen immer wieder gerne, dass es am wichtigsten ist, zuerst themenrelevante Links aufzubauen. Aber warum? Liegt es daran, dass wir beweisen können, dass themenrelevante Links mehr Rankingpower haben als nicht themenrelevante Links? Ich glaube kaum. Das liegt wenigstens nicht in meiner Power. Meine Beobachtungen und die vieler Kollegen lassen auch keinen wirklichen Rückschluss darauf zu, welche Links besser funktionieren. Außerdem ändert sich das auch noch ständig. Mal sind es Links mit hohem PR, mal kommt es auf die Linkdiversifikation an. Wer weiß schon was morgen sein wird. Klar ist nur, dass Google ständig neue Sachen ausprobiert. Mal Dies höher gewichtet und mal Jenes. Und nur Google weiß was wirklich abgeht.

Michael Martinez vom Best SEO Blog stellt sich auch gerade diese Frage. Sollten Links relevant sein oder eher glaubwürdig? Er kommt zu dem Schluss, dass Themenrelevanz keine allzu große mehr Rolle spielt. Aber warum?

Wenn man für den Begriff ABC optimiert, möchte man dann lieber einen Link von www.abc-forum.xy, www.abc-verzeichnis.de und www.abc.xy haben ODER von spiegel.de, yahoo.de und bundeskanzeler.de/bundeskanzlerin.de haben? Mal abgesehen von den höheren PageRank-Werten, die jetzt wieder einige anbringen werden. Diese Beispiele sollen lediglich zwei Ansätze kontrastieren: Themenrelevanz versus Glaubwürdigkeit. Wer von den ABC-Seiten verlinkt wird, bekommt wohl ABC-Links. Wer von den glaubwürdigen Seiten verlinkt wird, der ist wohl besonders glaubwürdig. Beides ist wichtig. Aber da Glaubwürdigkeit viel einfacher algorithmisch zu erfassen ist, wird diese eben deswegen höher gewichtet als reine Themenrelevanz. So ist auch meine Vermutung. Außerdem ist es viel schwieriger einen Link von der Bundeskanzlerin zu bekommen, als aus einem beliebigen, themenrelevanten Forum.

Themerelevanz algorithmisch zu ermitteln ist sau schwer. Nichts spricht dagegen, dass man innerhalb einer Seite 100 verschiedene Themen bespricht. Man schaue sich nur mal die Newsseiten an. Da wird auch über Alles und Jeden geschrieben. Genau zu welchem „Thema“ soll eine Suchmaschine solche Websites oder auch nur einzelne Seiten zuordnen??? Eben.

Bisher liefern uns diese Argumente nur theoretischen Wert. Auf die Praxis angewandt, ergeben sich aber Konsequenzen. Einer DER wichtigsten Schritte beim Linkaufbau ist die Linkaufbau-Analyse. Also jene Phase in der ein gewissenhafter Linkaufbauer gute Linkquellen ausfindig macht. Selbstverständlich möchte man zuerst von den Seiten einen Link haben, die den größtmöglichen Rankingboost vererben. Aber welche Seiten sind das?

Wenn ich Linkaufbau-Analysen durchführe, dann finde ich je nach Nische manchmal 300-500 mögliche Linkquellen. Die alle von Hand zu bearbeiten, würde viel zu lange dauern. Wenn wir über Standard-Linkaufbau reden, dann sind vielleicht nur ein bis zwei Dutzend Links im Monat drin. Vielleicht mal mehr, aber vielleicht auch mal nur fünf. Das variiert sehr mit dem Thema. Für meine Fun-Sport-Hobby-Site kann ich vielleicht sehr schnell zwei oder sogar drei Dutzend Links im Monat aufbauen. Für meine Kredit-Affiliate-Site sieht das schon anders aus.

Sagen wir zu reinen Rechenzwecken einfach mal, dass ich im Schnitt als gewissenhafter Linkaufbauer ca. 15 (gute und seriöse) Links im Monat aufbauen kann. Das ist immerhin ein Link jeden zweiten Tag. Dann brauche ich für 500 Linkquellen NUR 1000 Tage oder 33 Monate. Bei ca. 5.000 Euro pro Monat sind das schlappe 165.000 Euro. Im Vergleich zu einer Fernsehwerbung ist das zwar immer noch lachhaft, aber als Marketingkapital für viele Unternehmen dennoch kaum zu machen (übrigens für viele nicht, weil sie nicht können, sondern weil sie – noch nicht – wollen).

Es muss also eine Methode her, mit der ich Linkquellen vorqualifizieren kann. Und das am besten nach Rankingpower. Da es für sowas noch kaum gute Automatismen gibt, müssen wir Linkaufbauer uns auf unsere Instinkte und Erfahrungen verlassen. Domainpopularität hilft hier ein wenig, aber die alleine ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss. Wir wollen Links also – wie auch immer – nach Glaubwürdigkeit vorsortieren.

Trotzdem weiß ich für mich, welchen Link ich nehmen würde, wenn ich nur einen haben dürfte. Den von www.abc.xy lasse ich Links liegen, wenn ich dafür von der Startseite von Google.de verlinkt werden kann. Gut, dass es in der Realität nie so ist, dass man nur einen Link haben kann und dazu noch so einen. Natürlich nehme ich beide Links, wenn es geht. Aber bitte zuerst den von Google.de ;-)

Trotzdem werde ich nicht davon abrücken auch in der Zukunft die themenrelevanz sehr hoch zu bewerten oder Kunden gegenüber zu empfehlen themenrelevante Links aufzubauen. Denn solche themenrelevaten Links liefern oft themenrelevante Besucher. Die konvertieren erfahrungsgemäß besser. Und das ist es ja schließlich, was wir wirklich erreichen wollen. Nicht höhere Positionen, sondern mehr Transaktionen auf unseren Websites. Guter Linkaufbau liefert eben auch transaktionsfähigere Besucher.

Themenrelevanz ist also noch nicht tot. Für reine Rankingzwecke wird sie von der Glaubwürdigkeit jedoch in den Schatten gestellt. Da muss ich Michael vollkommen Recht geben.

Kommentare

Volker
2009-07-06 06:59
Es ist schwierig, ein Thema zu diskutieren, zu dem es keine eindeutige Lösung gibt. Was nicht bedeutet, dass es vergebene Liebesmüh ist. Auch die Erkenntnis, dass man nicht immer alles nur Schwarz oder nur Weiß sehen kann bzw. dass es einfach einer gesunden Mischung bedarf, ist ja auch schon etwas wert. Letztlich kommt es aber - das sehe ich genauso - eben immer auf den Einzelfall an, was mehr Gewichtung erhalten sollte: Was bringt es dem Kunden, wenn er einen Apfel kaufen möchte - ich ihm aber seriös und glaubwürdig Birnen anbieten kann? Ist es ihm nicht lieber, wenn der eine oder andere Apfel mal ne kleine Macke hat - er aber letztlich eben einen Apfel bekommt!?
Philipp Stenglin
2009-07-06 08:18
eigentlich doch nix neues oder? Warum werden Links aus dem DMOZ so hoch angesehen? Weil es manuell gepflegt wird = Glaubwürdigkeit. Links von.gov-Seiten? begrenzte vergabe = glaubwürdigkeit. Wissenschaftliche Institute = glaubwürdigkeit. Aber war das nicht eigentlich schon immer so?

Und trotzdem macht es sicherlich einen Unterschied ob man im richtigen Kontext verlinkt wird oder ob man auf der Webseite einer Uni in der Fakultät für Psychologie einen Gebrauchtwagenhändler verlinkt.

Ich denke (und da sind wir wieder bei Vermutungen) themenirrelevante Links strahlen ebenso eine gewisse Unglaubwürdigkeit aus wie Links von dubiosen Webseiten. glaubwürdige Links sind also so oder so, genau das Richtige.
Paul
2009-07-06 09:35
Ich denke mal, dass viele glaubwürdige Seiten ohnehin nur themenrelevant verlinken. Ein Link von Spiegel.de auf eine SEO-Seite erfolgt ja sicherlich nur innerhalb eines Berichtes zu dem Thema "SEO" und nicht zum Thema "Sport". Daher sehe ich da nicht so sehr ein "versus". Man braucht themenrelevante Links (vor allem wegen dem Traffic, vielleicht auch aus LSI-Gesichtspunkten), aber auch glaubwürdige Links, um auf Dauer gut zu ranken. Die stehen für mich eher nebeneinander, nicht gegeneinander.
Saša Ebach
2009-07-06 14:32
@Volker (Experte für Historische Wertpapiere): Ja, aber das gilt doch für die gesamte SEO-Thematik, oder? Für die gibt es keine eindeutige Lösung. SEO hat mehr mit Gärtnerei zu tun, als mit Mathematik. Bez. Schwarz/Weiß ist klar. Aber Schwarz/Weiße Headlines ziehen besser ;-) Bevor der Kunde verhungert, sollte er aber unbedingt mal von der Birne kosten.

@ Phillip (Experte für Online-Marketing in regionalen klein- und mittelständischen Unternehmen): Die manuelle Pflege im DMOZ lässt aber sehr oft sehr zu wünshen übrig. Dass es auf den Kontext ankommt, spielt eine entscheidende Rolle (s. Artikel von MM). Und wenn es um den Verkaufsstress eines Gebrauchtwagenhändlers geht, ist auch ein Link von dort nicht unbedingt unpassend ;-)

@Paul (Experte für Suchmaschinenoptimierung und SEO Text Service):

1) Auch LSI ist tot, hat nur niemand mitbekommen bei der ganzen Aufregung um das PR-Sculpting.
2) Zum Spiegel: Das ist es ja gerade. Wenn der Mediadonis das AMAZONICA-Projekt pusht und dann ein Artikel im Spiegel darüber erscheint, dann ist der Link im Artikel vielleicht themenrelevant (zum Projekt), aber die Websites passen sonst nicht überein. Hier muss man immer scharf trennen und vielleicht habe ich das oben nicht scharf genug formuliert. Es gibt die Themenrelevanz von Seite zu Seite, die von Website zu Seite und die von Website zu Website. Jede Variante könnte rein theoretisch „eingerechnet“ werden.

Die Frage ist doch: Sollte ich lieber an einem High-Profile Spendenprojekt teilnehmen, um mein Kreditaffiliateportal zu verlinken oder sollte ich in Finanzforen mitmachen? (Wenn beides geht, ist das natürlich perfekt)
Volker
2009-07-06 15:16
Womit ich mich immer ein bißchen schwer tue: Kann denn der Birnen-Anbieter (das Online-Portal einer großen Zeitschrift) einschätzen, ob die von ihm angepriesene Birne genauso viele Vitamine hat wie der Apfel!? Bzw. ist es die beste Birne, die er empfiehlt (sprich: ist der Link "objektiv")... oder war nur der Aushilfsmitarbeiter im Lager (also einer der Redakteure, der zu intensiver Recherche gar keine Lust hatte) der Meinung, das wäre die beste Birne!? Ist also die Birnen-Empfehlung so "wertvoll" und damit glaubwürdig(er)? Glaubwürdigkeit basiert ja auch auf dem "wissen wovon man spricht" - wofür ein großer Name leider noch lange keine Garantie ist ;)
Saša Ebach
2009-07-06 15:42
Nicht in diesem Fall Volker.

Glaubwürdigkeit im Sinne des Linkprofils können die Suchmaschinen algorithmisch ermitteln. Hierzu gibt es viele Theorien und Ansätze. Vereinfacht gesprochen: Wenn viele verschiedene Domains auf dich verlinken, dann ist das ein Zeichen von Glaubwürdigkeit. Vor allem, wenn auf diese vielen verschiedene Domains wiederrum viele verschiedene Domains verlinken, usw. Daher spielt heutzutage die Linkdiversifikation oder auch schlicht Domainpop so eine entscheidende Rolle. Linkdiversifikation ist viel einfacher zu berechnen als Themenrelevanz. Man muss nur die Links auf schlaue Art und Weise „zählen“. Die Suchmaschinen sind für echte Themenrelevanz einfach noch zu dumm. Davon abgesehen, dass Themenrelevanz auch nicht immer „relevant“ ist ;-)
Paul
2009-07-07 08:52
Naja, das LSI tot ist, liest Du aus den Aussagen heraus. Für mich heißt "Wir benutzen wenig Latente Semantische Indizierung etc. Über die Zeit möchten wir allerdings schon gerne herausfinden, zu welchem Thema diese Website passt" eher, dass es schon eine kleine Rolle spielt. Sicherlich lohnt es sich kaum, da hast Du Recht, damit zu arbeiten. An sich werden "natürliche" Texte zu einem Thema sowieso von selbst ähnliche Begriffe beinhalten, jetzt hinzugehen und zu gucken, welche Worte Google einem anderen semantisch zuordnet, halte ich für überflüssig.

Links von glaubwürdigen, themenunrelevanten Seiten sind sicherlich stärker als Links von wenig autoritären Seiten, auch wenn letztere eher zum Thema passen. Rein vom Ranking her sollte man sich daher auf erstere konzentrieren. Optimal ist es jedoch, auf einer glaubwürdigen Seite einen themenrelevanten Link zu bekommen (egal ob die ganze Seite zum Thema passt oder nur ein Artikel), da über diesen Link mehr relevanter Traffic kommt, als wenn dieser irgendwo unter "Partner" zwischen anderen Links steht.




PsychicSEO
2009-07-15 20:49
Vielleicht stehe ich mit meiner Meinung ein wenig allein da, aber sollten die Linkquellen nicht am ehesten so ausgewählt werden, dass sie auf Dauer glaubhaft sind und auf Dauer Power bringen?
Das würe bedeuten, dass der bessere Link sicherlich der themenbezogene Link ist. Warum? Nun, weil Google und Co auf jeden Fall bereits heute in der Lage sind Texte zu übersetzen, daher in der Lage sind Worte von der Bedeutung her zu vergleichen und daher theoretisch in der Lage sind thematische Bezüge zu erkennen und zu bewerten. Links von thematisch passenden Seiten sollten also in Zukunft (wenn nicht bereits heute) an Wert gewinnen - denn jede Suchmaschine hat ein Interesse daran die qualitativ hochwertigsten Ergebnisse zu liefern. Egal was die Suchmaschinen heute theoretisch könnten - sie werden immer nur so viel zeigen wie nötig ist um den jeweils anderen Suchmaschinen einen Schritt voraus zu sein. Ich bin davon überzeugt, dass Google deutlich bessere Ergebnisse liefern könnte, es aber aktuell nicht tut, weil Yahoo und Bing noch nicht weit genug aufgeholt haben um eine ernsthafte Gefahr darzustellen.
Würden die Verfolger heute einen großen Sprung nach vorne machen, könnte Google über Nacht sofort aufholen und noch bessere Ergebnisse liefern (und alle SEOs erneut so stark verwirren dass sie erstmal nicht wissen was los ist *lol*).
Aber die ganzen Diskussionen oben hinten angestellt: In dem Moment, in dem nach Links gesucht wird und die Qualität von Links bestimmt wird, ist doch jeder Linkaufbau nicht mehr wirklich natürlich. Oder wie deutest Du Deinen Slogan "organisch oder garnisch"?
Gruß, Psychic Marcus SEO
Saša Ebach
2009-07-16 00:06
Hey PsychicSEO, Experte für PSI und Suchmaschinenoptimierung,

danke für den Kommentar.

Warum der bessere Link nicht zwingend der themenbezogene Link ist? Na gut: Gegenfrage. Für dein PsychicSEO-Blog, hättest du da lieber einen Link von nitis nightsurver oder von Twitter (A Giant Leap Forward for Link Intelligence Tools & Data unter „Basic Linkscape Reports“)?

Deine zweite Frage ist sehr gut. Was meine ich eigentlich mit „organisch oder garnisch“? Dazu sollte ich mehr schreiben. Vor allem in den FAQs.

Ich empfinde guten Linkaufbau einfach nur als Beschleunigung des ohnehin stattfindenden Linkaufbaus. Mit anderen Worten: Wenn ein Kunde uns, oder jeden beliebigen anderen Anbieter, mit dem Linkaufbau beauftragt, dann sollte die Agentur den auf organische Weise in 10 Jahren stattfindenden Linkaufbau in 6 Monaten „erledigen“. Wir komprimieren Linkaufbau. Deswegen ist er immer noch organisch.

Außerdem helfen wir dabei, dass es reibungsloser klappt. Wenn ein Linkziel beispielsweise mit Werbung zugekleistert ist, dann empfehlen wir die Werbung für den Zeitraum des Linkaufbaus zu entfernen, einfach um es den Verlinkenden zu erleichtern auf das Linkziel zu verlinken. Alles natürlich vorausgesetzt, dass die Seite es verdient hat, von dieser Linkquelle angelinkt zu werden.

Wenn unsere Kunden Bauern wären, dann vermitteln wir Dünger (aus organischem Material), Traktoren (sorry, aber die sind nicht organisch) und andere Hilfsmittel, die dabei helfen, mehr Ernte in einer kürzeren Zeit zu produzieren. Sie hätten die Ernte eh erreicht. Nur eben erst viele Jahre später.

Dann kommt noch hinzu, dass wir keine Links setzen, die „allgemein“ als unnatürlich eingestuft werden. Was das genau ist, dass ändert sich von Zeit zu Zeit. Heute sind das beispielsweise Kauflinks, die einzig und allein zur Manipulation der Suchergebnisse gekauft werden. Die Linkaufbau-Agentur glaubt daran – genau wie Google –, dass der Nutzen des Webindexes für alle größer ist, wenn die Webteilnehmer dieses Prinzip aufrecht erhalten. Leute, die Links kaufen, werden da nicht widersprechen. Sie machen es eben, um einen finanziellen Vorteil daraus zu ziehen. Womit wir beim Thema SEO und Moral sind ;-)

PS: Ich werde dazu noch was schreiben, auch unabhängig vom Webmaster Friday. Nach 7 Jahren Philosophie-Studium mit Spezialisierung auf Ethik und Moral fällt es mir aber nicht so leicht, das Ganze in aller Kürze abzuhandeln. Das wäre unmoralisch, wenn ich dem Thema Ethik und Moral in der Suchmaschinenoptimierung nicht eine gebührende Zeitspanne einräumen würde ;-)

Ein kleiner Vorgeschmack? Suchmaschinenoptimierung auf Squidoo. Den Artikel muss ich mal dringend überarbeiten...
abase
2009-07-17 08:45
..finde die Aussagen des Artikels spiegeln auch meine Erfahrungen der letzten zwei Jahre wieder. Die lieben Zeitgenossen, die mit Linkpop und Pilepop sich gegenseitig übertreffen und dann von Seiten überholt werden, die eine Handvoll wertvoller Backlinks besitzen, merken nicht wohin die Reise geht. Für mich ist immer noch ein einfaches Entscheidungskriterium für einen potenziellen Linkpartner, welche Rolle spielt seine Domain in den Serps - dabei ist es mir erst mal egal, ob er was mit dem Thema meiner Site zu tun hat. Ein Autohaus ist keine Versicherung, aber warum soll es nicht auf eine günstige Autoversicherung linken. Diese erweiterte Themenrelevanz lässt sich auf viele Bereiche anwenden.
Tom
2009-07-26 12:52
Moin, also was so ein bisschen untergeht ist die Tatsache, dass das was hier als "glaubwürdiger" Link bezeichnet wird doch der Grund ist warum Google so scharf gegen Linkkauf vorgeht oder sehe ich da was falsch?

Denn es waren doch die ganzen Linkkäufer in den USA und auch hier, die themenfremde Links von sogenannten Qualitätsseiten eingekauft haben. Gerade im Linux oder Uni-Bereich, aber auch von großen amerikanischen Zeitungen.

Und das ging Google dann irgendwann zuweit. Man setzt sich bei nicht Themenrelevanz also immer dem Verdacht des Linkkaufs aus. Es sei denn wir reden hier von themenrelevantem Content auf themenfremden Seiten, aber dann kann man auch nicht sagen das Themenrelevanz tot ist denn sonst würde man ja nicht auf einen Themenrelevanten Artikel bestehen ;-)
Saša Ebach
2009-07-26 14:48
Hi Tom,

danke für deinen Kommentar.

Der Gund warum G gegen Linkkauf vorgeht, liegt darin begründet, dass Linkkauf gegen das Prinzip des Links als Stimme in der Demokratie des Webs (wie bei der Wahl) verstößt. Auf diesem Prinzip ist ein großer Teil des Algorithmus angewiesen. Ein gekaufter Link ist wie eine gekaufte Stimme. Man kann sich schnell ausrechnen, was mit unserer Demokratie passierte, wenn die Mehrheit der Wahlstimmen gekauft würden.

WO Links gekauft werden, spielt somit eine untergeordnete Rolle. Historisch gesehen, gibt es natürlich einige übliche Verdächtige.

Das Web – oder besser der Linkgraph – basiert auf einer sehr großen Anzahl an nicht themenrelevanten Links. Das ist ganz normal. Ich glaube nicht, dass ein nicht themenrelevanter Link direkt einen Verdacht auslöst. Schon alleine deswegen, weil nicht klar ist, was Themenrelevanz im Zusammenhang mit der Linkgebung genau ist. Das ist vielleicht einen eigenen Beitrag wert.

Mann muss auch nicht auf einen themenrelevanten Artikel bestehen. Es kann auch einfach einer sein, der für die eigene Leserschaft „lustig“ ist. Nochmal: Themenrelevanz ist ein äußerst schwammiger Begriff. Hier lässt sich viel reininterpretieren. Im Zusammenhang mit dem Linkaufbau als direkten Faktor für bessere Rankings hat der themenrelevante Link heute keine Bedeutung mehr. Obwohl er in diesem Zusammenhang nicht mehr den gleichen Stellenwert hat, ist es trotzdem noch sinnvoll auf „themenrelevante Art & Weise“ zu arbeiten, weil das eben die Chancen der Linkgebung überhaupt erhöht. Als Forum für pazifische Fischrassen, bin ich gut damit beraten einen Artikel mit Titel „Die 10 giftigsten Fische der Welt“ zu schreiben und diesen im Blog eines Aquariumherstellers unterzubringen. Schon alleine deswegen, weil sich die Bundeskanzlerin.de wohl kaum dafür interessieren würde ;-)
udoschluhmeier
2009-10-21 09:55
Vielen Dank für Ihre nützlichen Informationen. Wie aber kommt man denn nun an wirklich hochwertige Links?
Saša Ebach
2009-10-21 17:41
Gute Frage, aber kaum kurz zu beantworten. Vieleicht so: Strategien für den Linkaufbau: So bekommen Sie Links auf Ihre Website.


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